Autor Thema: 24 Std. Classic Nürburgring  (Gelesen 3659 mal)

Offline Montedifalko

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24 Std. Classic Nürburgring
« am: Juli 10, 2019, 12:13:54 Nachmittag »
Wie in den letzten Jahren stand auch 2019 der Start bei dem 3 Stunden Rennen 24h Classic an.
Die Wahl des Fahrzeugs, ob asphaltgrauer Clio oder schwimmbadkachelgrüner R5 stand diesmal nicht an. Wann, oder ob überhaupt Letzterer wieder zum Einsatz kommt, steht in den Sternen.
Vielleicht bekommt er auch ein ehrendes Andenken in den ewigen Jagdgründen!

Die Vorfreude auf den Nürburgring war bei uns wie immer riesengroß!
Allerdings ist die Aufregung der ersten Jahre einer gewissen Routine gewichen. Jeder weiß genau was auf einen zukommt und was zu tun ist.
Kurzfristig mussten wir die Anreise neu planen, da meine Junioren aus beruflichen Gründen nicht schon am Mittwoch anreisen konnten.
Ragnolli und ich verabredeten einen Treffpunkt am Bahnhof in „Dieppeholz“ um die Fahrt in die Eifel gemeinsam durchzustehen.
Kurz vor fünf machte ich mich mit der Sozialraupe auf den Weg zum Hauptbahnhof um mit der Bundesbahn zum Ziel zu kommen........ nein, jetzt kommt keine Katastrophe..... auf die Sekunde genau erreichte ich den verabredeten Ort.
Schon aus dem Zug heraus konnte ich Ragnollis Renault/ Winnebago Wohnmonster auf dem Parkplatz sehen.
Eine tiefe Zufriedenheit machte sich breit, alles lief wie am Schnürchen.
Widererwarten war die Geräuschkulisse in der fahrbaren Einzimmerwohnung weitaus niedriger als befürchtet!
Beim netten Plausch mit Ragnolli verging die Zeit bis ins Fahrerlager sehr schnell und wir konnten an fast gleicher Stelle wie in den letzten Jahren unser Hauptquartier aufschlagen.
Nach und nach trafen die Vertreter der Rhombe ein und vergrößerten die Kolonie der Renaulttreter. Leider war das Team von Vater und Sohn der Familie Gierkes mit ihrem Clio Cup nicht in unserer Nähe.
Wohnmobil, Zelt ,Reifen und Werkzeugen waren schnell platziert und ich konnte auf dem Rücken einer Honda das Fahrerlager erkunden.
Bei mehr oder minder ernsthaften Gesprächen verging der Tag wie im Flug.
Abends war bei Mario grillen angesagt.
Vor der ersten Wurst musste allerdings zuerst die Garage geöffnet werden um ihn zu sehen...... den Backenturbo...... d a s Projekt für die Zukunft!!!
Alter Falter... watt `ne Karre!
Schon im Stand hat dieses Auto eine Ausstrahlung, einfach zum Niederknien!  Schwer beeindruckend, was Mario und Ragnolli hier bisher auf die Beine gestellt haben.
Nach diversen Bierchen und Nackensteaks wurde natürlich über die Zukunft des „OMA Racingteams“ philosophiert , Teamkleidung, Gegner und...... Groupies!!
Je leerer der Kühlschrank wurde , umso mehr überschätzten wir uns.... egal, wir hatten riesig Spaß!!

Am anderen Morgen überraschte mich Ragnolli, als er fragte, ob wir nicht zu Fuss durch den Wald zum Treffpunkt gehen wollten. Klar doch!
Nicht so ganz ortkundig kam ein leichtes Gefühl von Rotkäppchen und der Wolf auf!
Egal, irgendwie erreichten wir das Ziel und frühstückten in großer und gemütlicher Runde. Da unser Qualifying erst am späten Nachmittag angesetzt war konnten wir den ganz tiefenentspannt angehen.
Irgendwie war es komisch, kein Stress, alles war bestens vorbereitet, einfach nur easy going!
Im Laufe des Vormittags trudelten meine beiden Junioren ein. Auch das hat reibungslos geklappt. Die knapp 600km wurden in neuer Rekordzeit zurück gelegt, man hatte es ja nicht eilig!
Noch mehr Entspannung wäre schon hart an der Grenze am Schnarchen!
Ein Highlight des Nachmittags war u.a. die Verpflegung durch unseren Forumskoch! Es war wie immer köstlich, unseren Dank an alle Beteiligten!

Der Wettergott hatte etwas gegen unsere entspannte Zeit. Das Qualifying rückte näher und der Himmel wurde dunkler und dunkler, erste Tropfen fielen.
Wir waren gezwungen alle Reifensorten vom Slick über Semislick zum Regenreifen im Werkzeugwagen zu verstauen.
Alles wurde regenfest gemacht und ab ging es in die Boxengasse. Der Regen wurde heftiger und es gab wie immer die Frage der Fragen: Welche Reifen?
Nach viel Palaver entschied sich der Fahrer für Semislicks...... mal sehen was so geht!
Es ging nichts, Mario nahm kurz nach Verlassen der Box Kontakt mit uns auf um einen Reifenwechsel anzukündigen. Gleich nach der Grandpix-Strecke kam er im Platzregen an die Box geeiert.
Mittlerweile haben wir diese Prozedur einigermaßen drauf und das Chaos hält sich in engen Grenzen. Mit Regenreifen ging es auf die Nordschleife.
Inzwischen kamen diverse Fahrzeuge wieder an die Box um Räder zu wechseln oder um zerstörte Karosserieteile  notdürftig zu flicken.
Bereits in den ersten Runden wurden Werte in der Höhe von mehreren Einfamilienhäusern zerstört, zum Glück war es nur Materialschaden!
Nach einer gezeiteten Runde kam unser Clio wieder an die Box um..... jawohl.... Reifen zu wechseln. Es gab Streckenabschnitte, die bereits abgetrocknet waren. Also bitte die Semislicks, oder vielleicht doch die profillosen?
Bei der nächsten Runde hatte sich der abgetrocknete Streckenabschnitt in einen gut Wasser führenden Bach verwandelt! Klingeling....Telefon.... ich komme rein zum Reifenwechseln!
Keine Ahnung wie oft sich das Spielchen wiederholte. Es ging den anderen natürlich nicht besser, dementsprechend war das Durcheinander in der Boxengasse..... Chaos pur!
Im Endeffekt kamen wir auf zwei gezeitete Runden bis das Qualifying abgebrochen wurde.
Die Startaufstellung für den nächsten Tag war den Umständen entsprechend durcheinander gewürfelt.
Ganz großes Kino hat die Familie Gierkens abgezogen.
Im Regenchaos stellten sie ihren Cup- Clio auf den 22. Gesamtrang. Wer sich das Starterfeld anschaut, wird sich Augen reiben bei den hochkarätigen Fahrzeugen drum herum.
Zum Glück sind unsere Markenkollegen auch ohne Blessuren durch den Regen gekommen, mal abgesehen von nassen Füßen.
Bei reichlich kühlen Getränken und massig vielen Blödeleien ließen wir den Abend ausklingen.
Am anderen Morgen mussten wir vor dem Aufstehen wieder vor Ort sein um die Startaufstellung fürs Rennen einzunehmen.
Unser Zeitplan war perfekt und die Prozedur lief perfekt.
Die Frage der Reifenwahl stellte sich diesmal nicht, dunkelblauer Himmel und Sonne satt! Für die Haut empfahl sich Creme mit Lichtschutzfaktor 30!

Gleich nach dem Start war irgendwie festzustellen, dass eine merkwürdige Atmosphäre herrschte.
Sehr viele Fahrer legten eine Aggressivität an den Tag, dass einem Angst und Bange werden konnte! Bereits in den ersten Kurven wurden Fahrzeuge zerstört ohne Ende, als würde ein dreistündiges Rennen auf den ersten Metern entschieden werden.
Und es ging so weiter! Es gab keine Runde in der nicht mehrmals gelbe Flaggen geschwungen wurden oder Code 60 angesagt war.
Unsere geplanten Tankstopps verliefen reibungslos, Clicli lief phantastisch!
Es gab nichts zum Meckern.
Ragnolli und ich waren entspannte Zeugen, wie man durch Dummheit einen großen Schaden anrichten kann. Von der Boxenmauer aus konnten wir beobachten, wie in unserer Nachbarbox ein recht schöner 911er zum außerplanmäßigen Halt kam.
Die Motorhaube wurde geöffnet und einige Teile wurde mit einer großen Wolke WD40 eingenebelt. Deckel wieder zu und abfahrt!
Nächste Runde gleiches Spiel. (Steht auf der Spraydose nicht etwas von feuergefährlich?)
Beim folgenden Stopp kam der Oldie schon stark qualmend in die Box.
Hektik brach aus, doch die Jungs hatten es nicht wirklich unter Kontrolle gehabt. Auch die Feuerwehr hatte einige Mühe.
Als sie letztendlich die Ansaugtrichter der Gemischaufbereitung mit Löschmitteln geflutet hatten, war das Schicksal des Motors vermutlich besiegelt.

Bei uns lief alles ohne Problem ab und ein dritter Platz in der Klasse sagte, dass wir nicht so schlecht waren und der Spaßfaktor war wie immer unbeschreiblich!

Knut und Henning hatten mit ihrem GT Turbo (wie immer) den Klassensieg errungen und auch Stephan Kup hat mit seinem Team (mit Power aus Hamburg.....yeah!!) auf dem R11 Turbo die Medaillenränge erreicht!
Die Gierkens hatten ihren Clio leider in der letzten Runde etwas hart in der Leitplanke geparkt!

Bei der Siegerehrung war bei der Nennung der Renault-Teams das Gejohle am lautesten. Dabei wurden einige bereits eingeschlafene Zuschauer wieder geweckt..... der Sprecher war so ermüdend..... unter anderem hatte er mindestens fünfhundert mal erwähnt, dass es doch ein 3 Std. Rennen war.....uuuah....gääähn.....krrrrrr!

Auch den Rest des Tages konnten wir entspannt genießen. Am Abend schauten wir uns das Qualifying der Top 30 für das 24Std. Rennen an.
Nicht schlecht Herr Specht!

Am Sonnabend ließen wir uns viel Zeit um unser Camp wieder zu verpacken und alles wieder an Ort und Stelle zu bringen.
Am Nachmittag schauten wir und den Start der 24 Std. an.
Auch hier hat man das Gefühl ein Sprintrennen zu sehen.

Wir verabredeten uns für die frühen Abendstunden mit Katja und Oli W. um die Nacht gemeinsam an der Strecke zu verbringen. Alles kein Problem, wenn die Geschichte mit dem Parkplatz nicht wäre. Rekordverdächtige 230000 Zuschauer brauchten Platz.
Nach einigem Gegurke fuhr Oli. als fast Einheimischer in einen verlassenen Waldweg. Ich etwas skeptisch hinterher um dann festzustellen, dass wir einen genialen Parkplatz hatten.
Nach einem etwas längeren Marsch durch den Wald erreichten wir den Streckenabschnitten Hohe Acht.
Wir gingen die, nur wenigen bekannte, Steilstrecke hinunter!
Das Ding hat seinen Namen nicht umsonst, man muss sich schon arg konzentrieren um nicht vorne über zu fallen( besonders wenn schon einige Pils in der Blutbahn schwabbeln)!!
Ich hörte Klagen wie „Mir brennen die Füße!“ oder  „Meine Fußnägel bohren sich vorn durch die Schuhe!“........ „Dann wird es Zeit sie mal wieder zu schneiden!“...... „Hab keine Schere dabei!“..... „Komm her, ich hab gute Zähne!“
Sprüche auf ähnlichem Niveau strapazierten unsere Gesichtsmuskeln schon recht heftig!
Am Ende dieser Steilstrecke langt man an der Auffahrt zum Karussell an und hat einen recht guten Überblick.
Ich war überrascht, wie orientierungslos Katja, Ragnolli und Mario waren.
Obwohl sie alle hunderte von Runden auf der Nordschleife zurückgelegt haben, wissen sie auf der anderen Seite der Leitplanke nicht genau wo sie sind.
Beeindruckend war wieder die Szene im Zuschauerbereich. Auf welche merkwürdige Ideen einige Leute kommen um an den Hängen Tribünen und ganze Dörfer zu errichten!

Das Renngeschehen war noch krasser zu erleben als im letzten Jahr.
Wir standen teilweise unmittelbar hinter der Leitplanke und konnten die Geschwindigkeit extrem spüren. Selbst unser Lieblingsclio war da sehr beeindruckend, ganz zu schweigen von den Topteams! Und das alles bei absoluter Dunkelheit, einfach unglaublich!

Gegen 2 Uhr machten wir uns auf den Rückweg durch den finsteren Wald.
Gott sei Dank hatte Junior eine Powerbank für sein Handy dabei. Die kleine Funzel zeigte uns schemenhaft den Weg. Ohne wären wir hoffnungslos verloren gewesen, nicht nur wegen der zahlreichen Matschpfützen. Selbst wenn wir hier hineingefallen wären, hätte das unserer tollen Stimmung kein Abbruch getan!

Total erschöpft waren wir kurz vor dem Sonnenaufgang im Bett und waren glücklich über die wieder einmal tolle Zeit mit klasse Menschen am Nürburgring.

Spannend wird es im nächsten Jahr wenn das OMA Racingteam mit einem Knallerauto an den Start geht......die Augen werden werden auf uns gerichtet sein!!!

Wir haben beschlossen, im nächsten Jahr ein 60 Liter Ölfass aufzustellen.
Jeder der einen sinnentleerten und blöden Spruch bringt, muss eine 50 Cent Münze hineinwerfen. Das Fass wird voll!!!
Ich befürchte, das wird mein wirtschaftlicher Ruin.................


Riesen Dank an alle, es war wieder einfach nur geil.....
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Re: 24 Std. Classic Nürburgring
« Antwort #1 am: Juli 10, 2019, 12:27:51 Nachmittag »
Ein Dorf entsteht
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Re: 24 Std. Classic Nürburgring
« Antwort #2 am: Juli 10, 2019, 12:29:43 Nachmittag »
Sorry.... falsches Bild...

Die Unterschrift sollte sein:

OMA von innen betrachtet
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Re: 24 Std. Classic Nürburgring
« Antwort #3 am: Juli 10, 2019, 12:40:05 Nachmittag »
Das Dorf mit der Rhombe entsteht
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Re: 24 Std. Classic Nürburgring
« Antwort #4 am: Juli 10, 2019, 12:42:25 Nachmittag »
Time executing manager, Communication Manager last check
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Re: 24 Std. Classic Nürburgring
« Antwort #5 am: Juli 10, 2019, 12:43:43 Nachmittag »
Fahrer.... hallo.... hier her
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Re: 24 Std. Classic Nürburgring
« Antwort #6 am: Juli 10, 2019, 12:45:31 Nachmittag »
Welche Reifen hätten's denn gern?
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Re: 24 Std. Classic Nürburgring
« Antwort #7 am: Juli 10, 2019, 12:46:32 Nachmittag »
Die mit dem Rrrrrr?
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Re: 24 Std. Classic Nürburgring
« Antwort #8 am: Juli 10, 2019, 12:47:45 Nachmittag »
Jeder will erster sein
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Re: 24 Std. Classic Nürburgring
« Antwort #9 am: Juli 10, 2019, 12:48:55 Nachmittag »
Abbruch wegen Regen
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