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Unglaubliche TÜV-Prüfung

Begonnen von godsey, 23 März, 2014, 21:32:24

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lecar5

Meine jüngste Erfahrung mit dem TÜV:
Meinen BMW M3 habe ich heute zur örtlichen auf BMW spezialisierten freien Werkstatt gestellt (die haben auch was mit Motorsport am Hut: http://www.mb-autotechnik.de/), HU + Eintragung von Domstrebe, Distanzscheiben und Felgen. Das Auto ist 27 Jahre alt und in ordentlichem Zustand.
Ergebnis: die Eintragungen wurden vorbereitet aber nicht eingetragen. Weil: HU keine Plakette, erhebliche Mängel :( - einziger Mangel: Wasser im linken Scheinwerfer :(.
Ich meine, ok, Wasser im Scheinwerfer ist ein Mangel, keine Frage. Aber bei einem Auto, das sonst in vorzeigefähigem Zustand ist und die Vorführung in einer Werkstatt stattfindet - warum erteilt der Prüfer nicht Plakette und stellt die Auflage, dass der Scheinwerfer von der Werkstatt in Ordnung gebracht wird? Irgendwie liegt der Gedanke nahe, dass womöglich vielleicht doch eine gewisse Quote alter Autos durchfallen muss, um irgendeine Aussage über mangelnde Verkehrssicherheit alter Autos zu rechtfertigen und die Forderung nach jährlicher HUs für alte Autos zu untermauern... aber wir haben ja schon mehrfach gehört, dass es solche Vorgaben und Statistiken seitens des TÜVs nicht gibt. Ärgerlich ists dennoch :(.
Nächstes Mal jedenfalls wird das Auto vor der Vorführung nicht mehr gewaschen, lieber ein dreckiges Auto vorführen als eins mit Putzwasser im Scheinwerfer ::).

LeCar5
einmal TurboFever, immer TurboFever!

bigbird

Aber schon seltsam, dass die Werkstatt das nicht "geregelt" hat und zumindest einen anderen Scheinwerfer eingebaut hat, oder zumindest das im Vorfeld geprüft hat. Dürfte günstiger sein, als die Wiedervorführung... Deshalb lässt man doch einen Werkstatt-TÜV machen. Für mich wäre die Werkstatt gestorben...

Oli W.

Dann darfst du zu uns auch schon nicht zum TÜV kommen.

R5T2

ZitatDas Auto ist 27 Jahre alt und in ordentlichem Zustand.

Hubsy hast Du noch einen zweiten M3 :o
Für deinen M3 den ich in Erinnerung habe ist "ordentlicher Zustand" schon beinahe eine Beleidigung ;D


godsey

Zitat von: lecar5 in 26 Mai, 2015, 22:46:41
Meine jüngste Erfahrung mit dem TÜV:
Meinen BMW M3 habe ich heute zur örtlichen auf BMW spezialisierten freien Werkstatt gestellt (die haben auch was mit Motorsport am Hut: http://www.mb-autotechnik.de/), HU + Eintragung von Domstrebe, Distanzscheiben und Felgen. Das Auto ist 27 Jahre alt und in ordentlichem Zustand.
Ergebnis: die Eintragungen wurden vorbereitet aber nicht eingetragen. Weil: HU keine Plakette, erhebliche Mängel :( - einziger Mangel: Wasser im linken Scheinwerfer :(.
Ich meine, ok, Wasser im Scheinwerfer ist ein Mangel, keine Frage. Aber bei einem Auto, das sonst in vorzeigefähigem Zustand ist und die Vorführung in einer Werkstatt stattfindet - warum erteilt der Prüfer nicht Plakette und stellt die Auflage, dass der Scheinwerfer von der Werkstatt in Ordnung gebracht wird? Irgendwie liegt der Gedanke nahe, dass womöglich vielleicht doch eine gewisse Quote alter Autos durchfallen muss, um irgendeine Aussage über mangelnde Verkehrssicherheit alter Autos zu rechtfertigen und die Forderung nach jährlicher HUs für alte Autos zu untermauern... aber wir haben ja schon mehrfach gehört, dass es solche Vorgaben und Statistiken seitens des TÜVs nicht gibt. Ärgerlich ists dennoch :(.
Nächstes Mal jedenfalls wird das Auto vor der Vorführung nicht mehr gewaschen, lieber ein dreckiges Auto vorführen als eins mit Putzwasser im Scheinwerfer ::).

LeCar5

Hi,

das ist heute nicht mehr erlaubt. bis vor ein paar Jahren war es problemlos möglich, dass der TÜV die Plakette erteilt, mit der Auflage, das sämliche Mängel vor Auslieferung behoben werden. Diese Vorgehensweise wurde ausdrücklich verboten.
Die Prüfer haben mittlerweile alle Angst um Ihren Job, weil die Nachkontrollen erheblich verstärkt wurden.
Ein Prüfer wurde bei uns in der Werkstatt erwischt, als er bei einer 3 Jahre alten A-Klasse versäumt hatte, die Höheneinstellung der Scheinwerfer zu prüfen. Zur Strafe musste er eine mehrere hundert Euro teure Nachschulung aus eigener Tasche bezahlen, dafür Urlaub nehmen und  wurde unter Bewährung gestellt. Beim zweiten Mal: Kündigung!
Ich bin eigentlich eher der Meinung dass nach wie vor zu lasch geprüft wird. Man erhält schlicht keinen Gegenwert für sein Geld. Ich musste neulich für eine Prüfung 170 Euro bezahlen und war nach einer 1/4 Stunde fertig. Von Fachkompetenz keine Spur...
Mein Alltagsauto hat seit geraumer Zeit ein Problem an der Vorderachse. Obwohl ich den Prüfer darauf aufmerksam gemacht hatte, wurde nichts gefunden. Plakette ohne Mängel!

CU
ZUR FAHRT INS FRÜHJAHR OHN' VERDRUSS, MACHT "ALLES KLAR" SERVISSIMUS

magic r5

#25
Die Mängeleinstufung bei der HU wird nicht durch den Prüfer bestimmt, sondern durch seine Vorgaben im Mängelbaum, wo Mängel und Mängeleinstufung abgelegt sind. Weicht ein Prüfer von diesem ab, so bewegt er sich auf sehr dünnem Eis, da mittlerweile nicht nur eine "Nachkontrolle" an seinem gerade geprüften Fahrzeug durch ein QM-Überprüfungsteam durchgeführt werden kann,die das Fahrzeug dann noch einmal prüft, sondern auch über die Plausibilität seiner erstellten Prüfberichte (und hier handelt es sich schon um eine Abweichung, wenn die Fahrzeug-AU nach dem Ausdruck des HU-Prüfberichtes durchgeführt wird). Bei Abweichungen vom "soll" gibt es einen Maßnahmenkatalog, nachdem der Prüfer dann "bestraft" wird (kann von persönl. Gespräch mit dem Vorgesetzten bis Kündigung gehn).
Noch interessanter wurde es in den letzten 2-3 Jahren bei §21 Abnahmen,wozu auch die Einzelabnahmen nach §19.2 gehören, hier muss der Sachverständige "normalerweise" genau aufzeigen, auf welcher Grundlage er eine Eintragung durchführt, meist inkl. Bilddokumentation. Alles andere kann bei einer etwaigen Überprüfung wieder dazu führen, dass dem Sachverständigen ein Fehlverhalten unterstellt wird.
Als Resumee kann ich nur aus persönlicher Erfahrung feststellen, dass die Tätigkeit des Kfz Sachverständigen nichts mehr mit der Einbringung des eigenen "Sachverstandes" bei Abnahmen zu tun hat, sondern es nur noch größtenteils darum geht, gesetzliche Richtlinien und Regelwerke umzusetzten.

Der Spielraum für alles andere, schrumpft von Jahr zu Jahr immer mehr  :(

r8220

Mit so manchen TÜV Prüfern stehe ich mittlerweile auf Kriegsfuss. Einerseitz bemängeln sie bei Dacia fehlenden Pluspolabdeckungen obwohl die Fahrzeuge so homolgiert sind. Und bei abgerissenen Federwegsbegrenzen hinten (Standart bei VAG) schreibt er nix weil das ja bei jedem so ist. Und die Krönung war letztens ein Porsche 996 Turbo. Starker Ölverlust an Motor und Getriebe aber das kann er nicht aufschreiben das ist ja ein Porsche das wird der Besitzer schon reparieren.  :o
Turbofever

MacTwingo

...da wird aus dem Sachverständigen schnell ein "Schwachverständiger"... ;D
Das ist leider überall so :(
Wer später bremst, bleibt länger schnell...

Timmy671

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er nix erleben:

Am 11.07.15 hatte mein Turbo seinen 30iger.
Am 07.08.15 bin ich bei einem Ing.-Büro vorgefahren.

Aufgabe:
Gutachten zur Erlangung einer Betriebserlaubnis mit H-Abnahme
erforderliche Qualifikation:
Dipl. Ingenieur

1. Aktion: Bilder machen vom Auto
2. Aktion: Bremsem prüfen
3. Aktion: Auto auf Hebebühne fahren, Räder und Reifen und Bremsscheiben kontollieren. Der Prüfer hat leichten Ölverlust am Getriebe festgestellt. Kommentar: das hätten sie alle.
4. Aktion: Vorderachse entlasten, freigängigkeit der Räder kontrolliert, Radlagerspiel kontrolliert und Achse kontrolliert.

5. Aktion:Auto von der Hebebühne und aus der Halle fahren.
6. Aktion: ca. 40 min. warten bis Bilder gespeichert und Bericht geschrieben.

Beleuchtungsprüfung: fand nicht statt. Ich habe auch in der ganzen Halle kein Gerät gesehen mit dem man sowas hätte machen können.

Ergebnis:
Das H-Gutachten nach § 23 wurde erteilt.
Die HU ergab: keine erkennbaren Mängel.

Das ganze hat eine Stunde gedauert und 101€ gekostet.

Ich weis nur nicht ob so etwas erfreulich oder eher erschreckend ist.

Timmy
Turbo-Fever 2011 Vize-Sieger

godsey

#29
Hi Timmy,

das ist genau das was ich immer sage. Hast du Ahnung und kannst dich im Zweifel wehren, kommst du immer durch. Hast du keine Ahnung, wie meine Mutter, kriegst du Mängel rein gedrückt, damit die Quote stimmt und die eigene Existenzberechtigung bestehen bleibt.

So eine Überwachung gehört in staatliche Hände wie in der Schweiz. Seit bei uns 4 Überwachungsorganisationen und dazu noch freie Gutachter um die Kunden drängeln, nimmt der Sachverstand der Prüfer ab und der Kunde, insbesondere die Werkstatt mit Prüferbesuch, ist König. Die unausgesprochene Drohung: "Wenn du nicht spurst, ist morgen die Konkurrenz da!" hängt immer in der Luft. Das heißt bei Kunden möglichst viele Mängel finden, eigene Gebrauchtwagen wohlwollend prüfen. Zudem ist die Ausstattung der Werkstätten in viele Fällen mangelhaft. Alte Bremsenprüfstände, keine Rüttelplatten für die Achsen und von Stoßdämpferprüfständen träumen die meisten noch nicht mal. Aber dass sogar das Scheinwerfereinstellungsgerät fehlt, haut dem Fass den Boden raus...

Das ganze System ist teilweise sogar offen korrupt. Ich erinnere mich an ein Gespräch zwischen TÜV-Prüfer und Mitarbeiter in unsererem Aufenthaltsraum mit fünf Zeugen. Der Mitarbeiter will ein kleines Leichtkraftradkennzeichen für seine Harley. Der TÜV-prüfer lehnt ab. Der Mitarbeiter holt 100 Euro raus und hält sie hin. "Geht's jetzt?. TÜV-Prüfer:"Ja, jetzt gehts"

Zu deiner Frage, ob einem das gefällt, kann ich nur sagen: Nein, gefällt mir nicht. Ich denk schon hin und wieder drüber nach, was für unsichere Möhren auf unseren Strassen unterwegs sind. Aber wer das System kennt, kann das durchaus zu seinem Vorteil nutzen...

Gruß, Michael
ZUR FAHRT INS FRÜHJAHR OHN' VERDRUSS, MACHT "ALLES KLAR" SERVISSIMUS